Hardware für Menschen mit Behinderung

Aus TransArte

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[bearbeiten] Internet-Projekt für Behinderte ausgezeichnet

Tages Anzeiger (19.12.2000)

Internet-Projekt für Behinderte ausgezeichnet

Pro Infirmis Zürich hat seinen neuen, mit 50'000 Franken dotierten, Förderpreis an das Projekt «TransArte» verliehen. Es will das Internet für Behinderte erschliessen.

Auch Nichtbehinderten fällt der Umgang mit dem Internet nicht immer ganz leicht, umso schwieriger ist es für geistig Behinderte, den Anschluss ans Weltnetz nicht zu verpassen. TransArte will ihnen ein Hilfsmittel in die Hand geben.

Dem Computer wird ein Lesegerät vorgeschaltet, das verschiedenste Befehle liest und umsetzt, ähnlich wie heute Kassen bei Grossverteilern die Preise von Produkten «lesen». Die Anwender ohne Lese- und Schreibkenntnisse verfügen über Jetons, oder Klötze mit einfachen Symbolen die sie über das Lesegerät ziehen.

So können der Computer oder das Internet gestartet, Mails versendet oder bestimmte Internetseiten aufgerufen werden. Alle Kombinationen von Anwendungen sind möglich, individuell auf die Nutzer zugeschnitten - ähnlich wie sich Computeranwender heute per Tastatur bestimmter «Macros» bedienen. Statt Mails zu schreiben können von den Behinderten Mails gesprochen (Voice Mail) werden.

Er sei selber erstaunt gewesen, dass bisher noch niemand auf diese Umsetzungsidee für Behinderte gekommen sei, sagte der Preisträger, EDV-Berater und Architekt Andres Obrero aus Winterthur. Mit dem Förderpreis will er das noch nicht ausgereifte Projekt weiterentwickeln und einen Prototypen fertigen, der serienmässig produziert werden kann, wie er vor den Medien sagte.

Insgesamt wurden für den Förderpreis 2000 53 Projekte eingereicht. Ziel ist die Förderung von Produkten, welche die Integration von Behinderten fördern. Der achtköpfigen Jury gehört unter anderen die Zürcher Sozialvorsteherin Monika Stocker an. Pro Infirmis will nach dem Starterfolg auch für 2001 einen Förderpreis ausschreiben.


[bearbeiten] Surfbrett für Behinderte

Andres Obrero hat ein Hilfsmittel erfunden, das Personen ohne Schreib- und Lesekenntnisse den Zugang zum Internet ermöglicht.

Von Gabriella Hofer

Die Zürcher Stadträtin Monika Stocker war beeindruckt von der Erfindung des 40-jährigen Winterthurers Andres Obrero. "Dank Obreros Idee erhalten nun auch Behinderte ohne Lese- und Schreibkenntnisse Zutritt zum Zeitalter der Kommunikation", sagte Stocker, die als Jurymitglied des ersten Pro-Infirmis-Förderpreises gestern Dienstag den Winterthurer EDV-Berater und Architekten ehrte. Obrero gewann mit seinem Projekt TransArte den dieses Jahr zum ersten Mal lancierten Förderpreis in der Höhe von 50 000 Franken. TransArte ist ein System, mit dem geistig Behinderte den Computer und das Internet starten, Mails versenden und bestimmte Internetseiten aufrufen können.

So funktioniert TransArte: Dem Computer wird ein Lesegerät vorgeschaltet, das verschiedene Befehle liest und umsetzt. Das Lesegerät ist ein tastaturgrosses Brett, zu dem eine Handvoll Jetons mit Fotos und Piktogrammen gehören. Um ein E-Mail zu verschicken beispielsweise, wird der Jeton mit dem E-Mail-Symbol in die Vertiefung des Bretts eingeführt. Danach wird der Jeton mit dem Foto oder Namenssymbol des Empfängers in die Vertiefung gelegt.

Ein Prozessor wertet diese Informationen aus und wandelt sie in Befehle um, die einer konventionellen Bedienung des Computers mit Maus und Tastatur entsprechen. Anschliessend ist es möglich, eine Nachricht in ein Mikrofon zu sprechen (Voicemail) oder sie auf eine Bildfläche zu malen. So können Personen, die mit der Technik des Computers nicht zurechtkommen - eben zum Beispiel Menschen mit einer geistigen Behinderung -, mailen und surfen. Alle Kombinationen von Anwendungen sind möglich, individuell auf die Nutzerinnen und den Nutzer zugeschnitten.

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